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Manifest
vom Kongress für integrale Politik im Jugend- und Bildungshaus St. Arbogast im August 2008 Als Vereinbarung zum gemeinsamen Handeln wurden Ziele, Handlungen und Maßnahmen auf diesem Kongress in einem abschließenden Manifest konzentriert. Wir laden alle Gleichgesinnten ein, sich dieser Erklärung anzuschließen und das Manifest zu unterzeichnen.
Die Probleme und Aufgaben, die sich heute global zeigen, können und sollen nicht von einer Handvoll Entscheidungsträgern gelöst werden. Dazu bedarf es der aktiven politischen Mitwirkung breiter Bevölkerungsschichten, die ihren Teil der Verantwortung übernehmen. Die Menschen, die beim Kongress für integrale Politik zusammengekommen sind, stehen in diesem neuen Bewusstsein und sind bereit diese Verantwortung wahrzunehmen. Sie fühlen in sich eine Verpflichtung, über ihr bereits begonnenes individuelles Engagement hinaus, gemeinsame Schritte für einen tiefgreifenden Wandel zu vereinbaren und umzusetzen. Ausgangslage Wir schätzen die immensen Errungenschaften der Moderne sehr und möchten sie nicht missen. Dennoch, das einseitig materialistische Welt- und Menschenbild, das im Gefolge der Aufklärung auftrat, und der Glaube an eine exponentielle Wachstumswirtschaft erweisen sich deutlich als schwerwiegende globale Verirrungen. Wir sehen die Menschheit im Wesentlichen mit drei großen Problemfeldern konfrontiert: 1. dem psychisch-individuellen, 2. dem sozial-kollektiven und 3. dem ökologisch-weltzentrischen. Diese Weltproblemfelder wurzeln zu einem erheblichen Teil in der Irreleitung der menschlichen Bedürfnisbefriedigung. * Das psychisch-individuelle Problemfeld umfasst das Gefühl der Überforderung vieler Menschen mit dem Leben und den damit in Zusammenhang stehenden Depressionen, Sinnkrisen, Suchtverhalten, verstärkter Gewaltbereitschaft und egozentrischem Verhalten. * Das soziale Problemfeld umfasst die weltweit grassierende Armut und Ausbeutung von Menschen, das Zusammenbrechen tragender menschlicher Lebensgemeinschaften, Vereinzelung und infolge dessen Vereinsamung von immer mehr Menschen und die Ausgrenzung benachteiligter Mitbürgerinnen und -bürger. * Das ökologische Problemfeld umfasst das allmähliche Zusammenbrechen der ökologischen Systeme und daraus resultierend die Bedrohung der Lebensexistenz aller Menschen und Wesen auf der Erde. Integrale Politik sucht nach konkreten Lösungen im Hinblick auf diese drei großen Problemfelder. Sie will dabei nicht die Symptome, sondern deren Ursachen angehen. Die nichtmateriellen Bedürfnisse jedes Menschen und aller Wesen dieser Erde wie Zuneigung, Zugehörigkeit, Gerechtigkeit, Kreativität, Sinn und letztendliche Geborgenheit können nicht auf der materiellen Ebene von Konsum und Besitz befriedigt werden. Der heute dominierende Materialismus versucht jedoch, die menschlichen Bedürfnisse in Form von Einkommen, Konsum und Vermögen hauptsächlich auf der materiellen Ebene zu stillen. Dieser Versuch muss scheitern. Unbefriedigte immaterielle Bedürfnisse führen zu innerer Unzufriedenheit, Unersättlichkeit an materiellen Ansprüchen und Flucht in Ersatzbefriedigungen. Sucht - zum Beispiel nach Alkohol, sonstigen Drogen, übermäßigem Essen, Besitz und Macht - zerstört einerseits den Menschen, andererseits den Frieden in der Gesellschaft. Die beträchtliche Ungleichheit an Besitz, Konsum und an Entfaltungsfreiheit ruft Unfrieden hervor. Uferlose materielle Ansprüche beeinträchtigen heute das dynamische Gleichgewicht der Natur und zerstören zunehmend die Lebensgrundlagen und Lebensräume. Das durch das fehlgeleitete Finanzsystem erzeugte Wirtschaftswachstum, besonders in den Industrieländern, nährt sich heute wesentlich von dieser Dynamik der Nachfrage nach Ersatzkonsum. Ziele Die größtmögliche Befriedigung der Bedürfnisse und Entfaltung aller Seinsebenen der Menschen im Zusammenhang mit allen Wesen der Erde und der Erde selbst. Zur Erreichung dieses Ziels stehen folgende individuellen und kollektiven Veränderungen an: 1. Psychisch-individuelle Veränderungen * An die Stelle des materiellen Wachstums tritt emotionales und geistig-spirituelles Wachstum von Individuum und Gesellschaft, das sich in einer Verstärkung des Mitgefühls für alles Seiende ausdrückt. Jeder einzelne Mensch übernimmt dafür die Verantwortung. 2. Sozial-kollektive Ziele * Das Errichten von seelentragenden, selbstständigen und vernetzten Lebensgemeinschaften mit mehr Möglichkeiten zur Selbstversorgung. * Die Stärkung des Subsidiaritätsprinzips, indem der jeweils untersten Ebene Priorität eingeräumt wird. 3. Ökologisch-weltzentrische Ziele * Ein Geldsystem, welches den Wachstumszwang des Wirtschaftslebens beendet und dem Leben dient. * Stärkung der Regionen statt Zentralisierungen und Machtkumulationen. * Es gilt, an der Kultur der Freiheit, Weisheit und Liebe weiterzubauen, die als kosmisch-evolutive Kraft erkannt wird. Handlungen und Maßnahmen Verstärkung bereits bestehender Lösungsansätze (sofort) Bildung lebendiger und seelentragender Gemeinschaften (sofort und langfristig) Direkte Demokratie (langfristig) Medien (sofort und langfristig) Parteien (sofort) Vernetzung Gemeinschaftsbewegung (sofort) Finanzsystem Regionalgelder (sofort) Subsidiarität und Weltföderalismus (langfristig) Europa der Regionen, Charta für ein demokratisches Europa (sofort) Bildung + Pädagogik (langfristig)
Die Trägerorganisationen * HOLON-Netzwerk * ip (Integrale Politik) * Die Violetten * Konvergenzgesellschaft Das Manifest kann auch unter Download als PDF heruntergeladen werden.
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